In der zweit­en Hälfte des Jahres 2019 hat sich das REWIRE Team inten­siv mit dem The­ma Altern beschäftigt. Getreu unseres Mot­tos, unsere Arbeit auf natur- und geis­teswis­senschaftlich­er Grund­lage zu begin­nen und zusät­zlich ausser­halb der zum jew­eili­gen Zeit­punkt bekan­nten Erken­nt­nisse Szenar­ien in Betra­cht zu ziehen, haben wir uns die Frage gestellt, was genau Altern heisst und ob Alterung ein biol­o­gisch zwin­gen­der Prozess für den Men­schen – d.h. unumkehrbar ist.

Natür­lich ken­nt bish­er nie­mand aus dem REWIRE-Team einen Men­schen, der unsterblich ist oder gar wesentlich älter als 100 Jahre wurde. Das höch­ste, nach­weis­lich doku­men­tierte Leben­salter erre­ichte die Französin Jeanne Cal­ment, die 122 Jahre und 164 Tage alt wurde. Sie lebte vom 21. Feb­ru­ar 1875 bis zum 4. August 1997. Sieht man sich die durch­schnit­tliche Lebenser­wartung des Homo Sapi­ens im Zeitablauf an, stellt man einen drama­tis­chen Anstieg inner­halb der let­zten 100 Jahre fest:

https://en.wikipedia.org/wiki/Life_expectancy

Noch in den 30er Jahren des let­zten Jahrhun­derts lag die weltweite Lebenser­wartung bei etwa 40 Jahren, und auch in Europa war sie mit 50 Jahren weit von den über 80 Jahren des Jahres 2019 ent­fer­nt, Tech­nol­o­gis­ch­er Fortschritt in der Medi­zin, gesün­dere Lebensweise, und andere Fak­toren sor­gen dafür, dass wir heute älter denn je wer­den. Ver­leben die Men­schen des 21. Jahrhun­derts ihr Alter aber auch in ein­er gesun­den, men­schen­würdi­gen Weise, oder wer­den die let­zten 10 Leben­s­jahre in Ein­samkeit, geze­ich­net von Krankheit und Siech­tum ver­bracht? Einen gewis­sen Auf­schluss darüber ver­mit­telt die soge­nan­nte Healthspan, die als Teil­menge der Lifes­pan den Teil des Lebens beze­ich­net, den wir ohne chro­nis­che Krankheit­en ver­brin­gen. In den USA betrug die Lebenser­wartung in 2018 für bei­de Geschlechter 79 Jahre (Lifes­pan), davon ver­bracht­en sie 63 Jahre ohne chro­nis­che Krankheit­en (Healthspan).

Die häu­fig­sten (chro­nis­chen) bzw. schw­eren Krankheit­en, die sich Men­schen in höherem Alter zuziehen, sind Herzkrankheit­en, Lun­genkrebs – und andere Erkrankun­gen, Schla­gan­fälle, Atemwegskrankheit­en, Alzheimer und Dia­betes. Hier eine Über­sicht dieser Krankheit­en und ihrer Auswirkun­gen auf Men­schen in den USA:

https://publichealth.wustl.edu/heatlhspan-is-more-important-than-lifespan-so-why-dont-more-people-know-about-it/

In den kom­menden Wochen wer­den wir unsere Erken­nt­nisse darüber, warum wir altern, ob Altern – selb­st nach neusten wis­senschaftlichen Erken­nt­nis­sen – ein umumkehrbar­er Prozess – oder sog­ar eine Krankheit – und damit wom­öglich behan­del­bar bzw. heil­bar ist, und wie die gesund ver­brachte Zeit unseres Lebens möglichst den Großteil unser­er gesamten Lebenss­panne aus­macht. Die These “Altern ist eine Krankheit” ist übri­gens nicht so abwegig, wie es auf den ersten Blick erscheint. Nur eines sei jet­zt schon ver­rat­en: die Welt­ge­sund­heit­sor­gan­i­sa­tion WHO hat “Altern als Todesur­sache” ab 2022 weltweit meldepflichtig gemacht – und dies bedeutet nichts anderes, als dass Alterung zumin­d­est unter bes­timmten Umstän­den nicht mehr als Naturge­setz oder gar als göt­tliche Bes­tim­mung ange­se­hen wird.

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