Unter Neu­ro­plas­tiz­ität ver­ste­ht man die Fähigkeit von Synapsen, Ner­ven­zellen oder auch ganzen Hirnarealen, ihre Anatomie und Funk­tion zu verän­dern. Das Ziel dieser Verän­derun­gen ist die Opti­mierung von im Gehirn ablaufend­en Prozessen.

Während bis Mitte des 20. Jahrhun­derts das men­schliche Gehirn als fest ver­drahtet (hard wired) galt, ist die Fähigkeit zur Neu­ver­net­zung des Gehirns seit der For­mulierung der Hebb­schen Lern­regel durch den Psy­cholo­gen Don­ald Old­ing Hebb bekan­nt. Das Gehirn ist also nicht deter­min­is­tisch fest ver­drahtet, son­dern kann durch Erfahrun­gen verän­dert – neu ver­drahtet – wer­den.

Ein­er der ersten Wis­senschaftler, die die Neu­ro­plas­tiz­ität des Gehirns – teil­weise gegen harten Wider­stand des wis­senschaftlichen Estab­lish­ments – erkan­nte und in vie­len Stu­di­en selb­st hart­näck­i­gen Zwei­flern gegenüber nach­wies, ist Dr. Michael Merzenich. Er gilt als die Koryphäe der Neu­ro­plas­tiz­ität schlechthin und ist unser­er Mei­n­ung nach ein­er der wichtig­sten Wis­senschaftler des 20. und 21. Jahrhun­derts. Im fol­gen­den Video erläutert Mike Merzenich den Erken­nt­nis­gewinn, den die Plas­tiz­ität des men­schlichen Gehirns mit sich bringt:

Der Psy­cho­an­a­lyst und Psy­chologe Dr. Nor­man Doidge gehört für uns eben­falls zu den immens wichti­gen Vertretern der Neu­ro­plas­tiz­ität, da er wie kein zweit­er wis­senschaftliche Erken­nt­nisse all­ge­mein­ver­ständlich for­muliert und sie somit einem bre­it­eren Pub­likum näher bringt. Im fol­gen­den Video erläutert Nor­man Doidge Neu­ro­plas­tiz­ität und die Chan­cen, die sich durch die Neu­ver­net­zung des Gehirns ergeben:

Im fol­gen­den Gespräch disku­tieren Mike Merzenich und Nor­man Doidge einige Aspek­te der Neu­ro­plas­tiz­ität:

Im Gegen­satz zur lange vertrete­nen These, dass unsere Gene unsere Gedanken, Gefüh­le und Emo­tio­nen bes­tim­men, wis­sen wir heute, dass unser Gehirn unser gesamtes Leben lang durch Erfahrun­gen verän­dert wird – stetig entste­hen neue Gehirnzellen und ganze neu­ronale Net­ze. Es ist sog­ar so: Sie kön­nen mit ihrem Ver­hal­ten Ihre Gene ändern!

Durch REWIRE Upgrade erfahren Sie, wie Sie das Wis­sen um das Ver­hal­ten und die Beschaf­fen­heit Ihres Gehirns dazu nutzen kön­nen, ruhiger, weniger anges­pan­nt, erreg­bar und gestresst zu sein.

Dr. Clau­dia Krebs, Pro­fes­sorin für Neu­roanatomie an der Uni­ver­si­ty of  British Colum­bia zeigt uns hier  einen span­nen­den Gang durch das zen­trale Ner­ven­sys­tem unseres Gehirns:

Trotz des beschei­de­nen Gewichts Ihres Gehirns von durch­schnit­tlich 1,5 kg, bedeutet dies einen Anteil von etwa 0,5% des Kör­pergewichts. Damit wird der Men­sch in der Hirn­masse/Kör­pergewicht-Rela­tion nur von manchen Klein­säugern wie Spitzmäusen (4%) übertrof­fen. An der men­tal­en Spitze sieht sich der Men­sch aber auf­grund der Tat­sache, dass er ein wesentlich grösseres Gehirn hat, als er auf­grund sein­er Kör­per­grösse haben sollte. Zudem ist das Gehirn des Men­schen evo­lu­tionär betra­chtet unter den Säugern am meis­ten und schnell­sten gewach­sen.


Lek­türe-Empfehlun­gen zu Neu­ro­plas­tiz­ität

Rewire Your Brain , John B. Arden
Soft Wired – How The New Sci­ence of Brain Plas­tic­i­ty Can Change Your Life, Michael Merzenich
Altered Traits, Daniel Cole­man, Richard David­son
Dein Gehirn weiss mehr als Du denkst, Niels Bir­baumer
Denken: Wie das Gehirn Bewusst­sein schafft, Stanis­las Dehaene
The Brain That Changes Itself, Nor­man Doidge
100 Plus: How The Com­ing Age of Longevi­ty Will Change Every­thing, Sonia Arri­son
The Hour Between Dog and Wolf: Risk-tak­ing, Gut Feel­ings and the Biol­o­gy of Boom and Bust, John Coates

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