Neuroplastic Coaching

Videospiele – Der Weg zum maßgeschneiderten Neurofeedback

Neurofeedback hat gänzlich ohne Gabe von Medikamenten erstaunliche Resultate im Bereich psychologischer Beschwerdebilder wie Depression, ADHS/ADS, Epilepsie und dergleichen mehr erzielt und zieht zunehmend Interesse auf sich. Die Besonderheit ist, dass Neurofeedback sowohl als technisch versierter Ansatz, als auch als ganzheitliche Therapieform zu überzeugen weiß. Gerade diese Kombination legt nahe, dass man mithilfe dieses Verfahrens belastbare Messwerte über die Gehirnaktivität generiert und dem Patienten bzw. Kunden zugleich auf schonende sowie kurzweilige Art und Weise eine Rückmeldung über seinen mentalen Zustand gibt. Das Feedback kann komplett auf die Bedürfnisse und den Trainingsfortschritt des Einzelnen abgestimmt werden.

Das Team von brainboost Neurofeedback und die Praxis für Neurofeedback haben es sich seit ihrem Bestehen zur Aufgabe gemacht, diese faszinierende Technologie weiter zu erforschen und auch deren Anwendung vor dem Hintergrund der individuellen Kundenbedürfnisse kontinuierlich zu professionalisieren. Die Qualität der Trainings konstant hoch zu halten und darüber hinaus sogar noch zu verbessern, rückt hierbei besonders in den Fokus. Neben der bloßen Erbringung einer therapeutischen bzw. Coaching-Leistung entwickelt brainboost daher eigens Feedback- Videospiele zur Realisierung des optimalen Trainingserfolgs. Diese Applikationen sind für vordefinierte Trainingsziele maßgeschneidert und erlauben so einen höchst effizienten Einsatz des Feedbacks.

Neben der generellen Wahrnehmung teils unterbewusster Gefühlsmuster eignen sich Feedback- Spiele hervorragend, dem Trainierenden unmittelbar aufzuzeigen, in welchem Bewusstseinszustand er sich im Augenblick befindet. Während Filme ein Abdriften des Trainierenden relativ leicht verzeihen, da man immer noch einem Handlungsstrang folgen kann, auch wenn sich das TV-Bild verkleinert, sind Spiele extrem direkt in Ihrer Rückmeldung. Hier sieht sich das Gehirn des Trainierenden lediglich mit dem Effekt seiner unverfälschten Gehirnaktivität konfrontiert, indem beispielsweise eine Spielfigur zum Schweben gebracht wird oder eben nicht. Aufgrund dessen lernt man besonders effektiv, bewusste Kontrolle über seine Hirnaktivität auszuüben. Diese Herangehensweise eignet sich hervorragend in einem Stadium des Neurofeedback- Trainings, in dem die Selbstregulation der Hirnströme bereits in Grundzügen mithilfe von visuellem oder auditivem Feedback erlernt wurde. Danach werden im Trainingsverlauf immer häufiger Spiel- Sequenzen eingestreut, um dadurch den Bewusstseinsprozess für veränderte Aktivierungszustände zu schärfen und gezielt zu kontrollieren.

Das über Videospiele vermittelte Feedback wird zwar seit längerem in extrem simpler Form praktiziert, aber was im Lernprozess eine gewaltige Rolle spielt und bisher gänzlich vernachlässigt wurde, sind Design und ausgeklügelte Feedbackmechanismen. Je ansprechender die rückgemeldeten Signale an den Kunden ausfallen, desto größer ist der Effekt des Lernreizes. An diesem neuralgischen Punkt setzt die Arbeit des Unternehmens brainboost an, das sich mit mehreren Game-Designern und Programmierern darauf spezialisiert hat, das Layout und die Performance der Spiele perfekt auf die Gegebenheiten einer einzelnen Neurofeedback-Einheit und die individuellen Kundenwünsche abzustimmen. Im Folgenden werden in Kürze zwei Feedback- Varianten vorgestellt, die neben ihrer Gestaltung auch in ihrem Schwierigkeitsgrad variieren.

1. Das Teichspiel:
Hier wird der Betrachter in die Szenerie einer Teichlandschaft versetzt und hat die Aufgabe, einen Wellenkreis zu vergrößern. Je nach Durchmesser, die durch farblich voneinander abgehobene Zonen gekennzeichnet sind, erhält der Spieler Punkte. Darüber hinaus wird mit zunehmendem Score das Wasser klarer, Seerosen sprießen ein und Fische schwimmen durch das Bild. Da das Feedback in Echtzeit übermittelt wird, wächst und schrumpft der Kreis auch dementsprechend. Einmal erhaltene Punkte gehen zudem nicht wieder verloren, wenn man negatives Feedback in Form eines kleinen Wellenkreises erhält.

Neurofeedback Teichspiel


2. Das Mönchsspiel
Vor dem Hintergrund eines buddhistischen Klosters muss ein meditierender Mönch zum Schweben gebracht werden. Je höher er dabei in der Luft steht, desto mehr Chi sammelt sich in der Thermometer-Leiste auf der linken Bildschirmseite an, die in unterschiedliche Stufen aufgeteilt ist. Umgekehrt leert sich die Anzeige auch wieder, wenn sich der Mönch wieder dem Boden nähert. In diesem Punkt besteht der große Unterschied zum Teichspiel, bei welchem der Zählerstand niemals reduziert wird. Dies gestaltet sich aus motivatonaler Hinsicht bedeutend einfacher, da sich selbst nachlassende Leistung nicht negativ im Score niederschlägt. Das Chi-Thermometer des Mönchs geht hingegen unmittelbarer mit dem Trainierenden ins Gericht und meldet ihm unverblümt zurück, wie er sich aktuell schlägt. Dementsprechend ist der Schwierigkeitsgrad auch höher anzusiedeln, was wiederum Training auf einem ambitionierterem Leistungsniveau erlaubt.

Neurofeedback Mönchspiel

Das brainboost-Team konzipiert und entwickelt neben den beiden exemplarisch dargestellten Feedback-Spielen zahlreiche weitere Varianten, von denen sich auch bereits eine Vielzahl erfolgreich im Einsatz befindet. Es ist vor allem vor dem Gesichtspunk sinnvoll, dem Kunden eine Fülle an Feedback-Optionen anzubieten, dass man das Gehirn ständig mit Reizwechseln konfrontiert und somit einen wesentlich stärkeren Lerneffekt erzielt, der dem Leistungs-Niveau adäquat angepasst werden kann.

Ein Beitrag von Maximilian Lutz, brainboost Neurofeedback

Formen der Meditation

Traditionell wird Meditation mit fernöstlichen religiösen Lehren und Praktiken in Verbindung gebracht. Während in westlichen Religionen eine Gottheit im Zentrum steht, rücken Lehrtraditionen wie Buddhismus oder Daoismus den einzelnen Menschen in den Vordergrund, der die bereits in ihm wohnende Göttlichkeit erkennen kann. Dabei hilft ihm Meditation, die wiederum unterschiedliche Formen und viele verschiedene Ausprägungen annehmen kann.

Grundsätzlich unterscheiden wir die folgenden Formen der Meditation:

Aktive bzw. gezielte Meditation
Aktive bzw. konzentriert oder gezielt Meditierende richten Ihre Aufmerksamkeit auf eine spezielle Tätigkeit oder ein spezifisches Objekt, wie beispielsweise die eigene Atmung, den Herzschlag, ein Bild, eine Flamme oder etwa Wasser. Indem der Meditierende sich auf diese Tätigkeit oder das Objekt konzentriert, und nach gedanklicher Abschweifung immer wieder darauf zurückkommt, entwickelt er die Fähigkeit der Konzentration auf nur eine einzige Sache. Die Konzentration auf die Atmung ist ein beliebter Einstieg vieler Meditationstechniken, da sie eine körperintelligente; d.h. unbewusst durchgeführte, überlebensnotwendige Tätigkeit darstellt. In vielen Fällen führt allein die Konzentration auf den Atem zu einem Glückszustand des Meditierenden.

Passive bzw. offene Meditation
In dieser Form der Meditation versucht der Meditierende nicht – wie in der oben beschriebenen aktiven Meditation  – an etwas Bestimmtest, sondern an gar nichts zu denken. Der Meditierende ist offen für alles, was passiert, akzeptiert alle aufkommenden Gedanken ohne sie zu verdrängen. Durch den völligen Verzicht auf aktives Denken tritt er aus sich heraus und wird zum Beobachter seiner selbst.

Mindfulness bzw. Achtsamkeit-Meditation
Diese in der westlichen Welt am häufigsten praktizierte und am besten untersuchte Form der Meditation verbindet die aktive mit der passiven Meditation. Der Meditierende konzentriert sich meist auf Körpervorgänge wie Atmung oder Herzschlag, oder er wird sich durch schrittweises Fokussieren auf alle Körperteile seines gesamten (inneren) Körpers  gewahr. Dieser – im Vergleich zur reinen aktiven Meditation – breiter angelegte Fokus kann vom Meditierenden in alltäglichen Aktivitäten ausgeübt werden: so kann er beim Essen, in der U-Bahn oder bei der Hausarbeit kurze Phasen der Meditation einlegen. Diese praktische Umsetzbarkeit ist vermutlich der Hauptgrund für die Beliebtheit der Achtsamkeit-Meditation.

Geführte Meditation
Im Unterschied zu den oben beschriebenen Meditationsformen wird der Meditierende hier während der Meditationssitzung aktiv von einem Coach oder einem Programm  angeleitet. Meist werden dabei positive Bilder oder Situationen erzeugt, die das Unterbewusstsein des Meditierenden ansprechen und Veränderungsprozesse erzeugen.

Die beschriebenen Meditationsformen stellen lediglich eine Kategorisierung dar: Jede dieser Formen wird weltweit in vielen unterschiedlichen Ausprägungen durchgeführt. Eine verbindliche und überschneidungsfreie Definition von Meditationsformen kann es daher nicht geben – zu individuell sind die Erfahrungen der Meditierenden, die sich in immer neuen Adaptionen ursprünglicher Formen widerspiegeln. Für eine noch detailliertere Auseinandersetzung mit Meditationsformen und der Auswirkung von Meditation auf den Menschen empfehlen wir diesen Beitrag von Eugene Taylor.

Im rewire Neuroplastic Coaching Programm arbeiten wir aus den oben angeführten Praktikabilitätserwägungen mit einer Mindfulness bzw. Achtsamkeit-Meditation, die im Alltag leicht und regelmäßig durchgeführt werden kann.

Neurofeedback als Tool für Neuroplastizität

Als ein Teilbereich des Biofeedbacks vermittelt Neurofeedback computergestützt Erkenntnisse über Gehirnwellen, die den Menschen in die Lage versetzen sollen, ungewollte Körperprozesse zu minimieren oder ganz abzustellen und durch eine sog. operante Konditionierung die Kontrolle über den Körper zurückzugewinnen. Im beispielhaften Falle einer Erkrankung an Epilepsie soll Neurofeedback den Patienten in die Lage versetzen, Auren – d.h. Sinneswahrnehmungen, die Anfällen vorausgehen – frühzeitig wahrzunehmen und durch Selbstregulierung des Gehirns etwaige Anfälle abzumildern oder gänzlich zu verhindern.

Neurofeedback gibt Feedback über spezifische Gehirnwellen: die Anteile der jeweiligen Wellen in verschiedenen Bereichen des Gehirn – die Amplituden – sowie darüber, inwiefern die unterschiedlichen Gehirnwellen harmonisch miteinander zusammenarbeiten oder einzelne Bereiche dysreguliert sind. Obwohl das Konzept des Neurofeedback schon seit den 1960er Jahren bekannt ist, wird es bis heute nur vereinzelt in der Therapie eingesetzt. In seiner 1967 veröffentlichten Studie berichtet der Schlafforscher Barry Sterman von Katzen, die mithilfe von Neurofeedback resistent gegen epileptische Anfälle gemacht wurden. Diese zufällige Erkenntnis bildete den Grundstein für die Neurofeedback Therapie. Sterman und Joel Lubar belegten im folgenden mehrfach, dass auch Menschen mithilfe von Neurofeedback epileptische Anfälle unter Kontrolle bringen können.

Im Jahre 2010 konnten Forscher der University of London den Nachweis für eine sich unmittelbar an ein Neurofeedback Training anschliessende neuroplastische Veränderungen des Gehirns erbringen. Tomas Ros, Diane Ruge und Moniek Munneke stellten fest, dass Probanden bereits nach einer 30-minütigen bewussten Kontrolle des Gehirns eine andauernde Veränderung der Erregbarkeit der Hinrinde und intrakortikaler Funktionen aufwiesen – in einer mit magnetischen oder elektrischen Impulsbehandlungen vergleichbaren Größenordnung.

In der Therapie wird Neurofeedback vorrangig in Fällen von ADHS/ADS, Epilepsie, Parkinson und  Schlafstörungen angewendet. Aber auch für gesunde Menschen können von einem Neurofeedback-Training profitieren, wenn beispielsweise eine erhöhte Leistungsfähigkeit oder eine stärker ausgeprägte Konzentrationsfähigkeit angestrebt werden.

Wenn sie wissen, wo im Gehirn diese Vorgänge ablaufen, und wenn sie jemandem beibringen können, diese Vorgänge selbst zu erinnern, (..) dann können sie denen auch beibringen diese Hirnaktivität zu verändern. Und wenn sie die dauerhaft verändern, dann verändert sich auch ihr Verhalten.

sagt Psychologe und Neurobiologe Nils Birbaumer.

Grundsätzlich kann Neurofeedback das Neuroplastic Coaching um eine computergestützte zusätzliche Variante bereichern. Insbesondere für Menschen, die sich regelmäßig Gaming und Videos beschäftigen, sollte Neurofeedback eine angenehme Art und Weise des Hirntrainings sein. In München bietet die Praxis Heiler mit Brainboost Neurofeedback ein entsprechendes Angebot an – gern stellen wir für Sie den Kontakt her.

Neuroplastic Coaching – oder: wie hole ich das meiste aus meinem Gehirn heraus?

Der Mensch ist das intelligenteste und am weitesten entwickelte Säugetier. Der Hauptgrund dafür ist unser Gehirn, das im Vergleich mit anderen Säugern in den letzten 2-3.000 Jahren den grössten evolutorischen Fortschritt gemacht hat.

Wir Menschen sind nicht nur in der Lage, weit komplexere Zusammenhänge zu verstehen als die schnellsten Supercomputer, wir können uns auch Geschichten ausdenken. Geschichten, die mehr oder weniger viel mit der Realität zu tun haben, die wir weitererzählen, in Wort und Bild. Geschichten, die unser Leben massgeblich bestimmen – man denke nur an Religion, Philosophie oder auch, ganz banal, an Verträge, die wir miteinander abschliessen.

Die Fähigkeit, Geschichten zu erfinden und weiterzugeben ist der Hauptunterschied zwischen Mensch und Tier. Zumindest gehen wir auf dem heutigen Wissensstand davon aus, dass Tiere nicht ûber diese Fãhigkeit verfügen. Fairerweise sei angemerkt, dass znehmend Indizien auftauchen, die Tieren doch eine gewisse Fähigkeit zum Geschichtenerzãhlen zubilligt – beispielsweise den Zugvögeln.

Die Beziehung des Menschen zu seinem Gehirn war lange Zeit recht eintönig: Hirnforscher gingen davon aus, dass ein menschliches Gehirn stabil, d.h. die neuronale Struktur fest verdrahtet sei: so, wie der Mensch geboren wurde, so war er sein Leben lang – zumindest, was die Fähigkeiten seines Gehirns angehe. Der Mensch hat sich quasi nach der Forschung gerichtet. Er akzeptierte, dass seine Gehirnleistung bis zum Erreichen des Erwachsenenalters gefühlt zu-, und danach – geradezu parallel zu seinen körperlichen Fähigkeiten, sukzessive abnehmen würde. Es war jedermann einsichtig, da es zu keiner Zeit so einfach scheint, eine Sprache zu lernen, wie während der Schulzeit. Ausserdem werden ältere Menschen vergesslich – die Erkenntnis der Wissenschaft befand sich im Einklang mit der Empfindung des interessierten Laien.

Nun haben neuere Erkenntnisse auf dem Gebiet der Neurowissenschaft ergeben, dass dies falsch ist. Seit Mitte der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts, also gerade einmal seit etwa 20 Jahren, haben sich zunächst einzelne Neurowissenschaftler gegen die damals herrschende Meinung des festverdrahteten Gehirns durchgesetzt und mit der Zeit bewiesen, dass das meschliche Gehirn dynamisch strukturiert ist, und dass sich über die gesamte Lebenszeit eines Menschen hinweg neuronale Strukturen und Verbindungen neu bilden (Neurogenesis) und neu vernetzen (Neuroplastizitãt) können. Wichtig ist hierbei, dass nicht nur Neues entstehen kann, sondern dass diese Vorgänge mehr oder weniger unabhãngig vom Lebensalter ablaufen.

Neuroplastizität und Neurogenesis sind die beiden wichtigsten Erkenntnisse der Neurowissenschaften seit ihrem Bestehen. Die praktischen Implikationen sind schnell und einfach genannt – ihre Tragweite jedoch dürfte die spontane Erkenntnis bei weitem übersteigen: Menschen, deren Gehirn beschädigt wurde – beispielsweise durch einen Schlaganfall – sind grundsätzlich in der Lage, ihre vermeintlich finalen Lähmungen durch spezifisches Training ganz oder teilweise aufzuheben. Da Schlaganfälle in hochentwickelten Ländern zu den am häufigsten auftretenden schweren Erkrankungen zählen, hilft die Erkenntnis der Neuroplastizität Millionen von Menschen, sich von ihren Leiden weitgehend zu befreien.

Neben den unmittelbar einleuchtenden postiven Effekten bei Erkrankungen, bring Neuroplastizitãt auch gesunden Menschen signifikante Vorteile: da wir die Fähigkeiten unseres Gehirns nur zu einem Bruchteil ausnutzen, können wir durch das Fördern von Neuroplastizität unsere Lebensqualitãt auf ein höheres Niveau heben. Wir versetzen uns selbst in die Lage, schneller, einfacher und mit mehr Spass Neues zu lernen, zu verstehen. Ausserdem können wir viel besser mit den Anforderungen, die die Umwelt an uns stellt, klarkommen: durch Abbau von und Verzicht auf Stress, sowie ein erweitertes Bewusstsein für die Herausforderungen des täglichen Lebens.

Neuroplastic Coaching ist ein Programm, mit dem der Mensch in die Lage versetzt wird, viel mehr aus seinem Leben zu machen, als er es gewöhnt ist und als er sich überhalt vorstellen kann, er sich zutraut. Neuroplastic Coaching ist kein Wundermittel. Neuroplastic Coaching ist ein Programm, innerhalb dessen Coaches aus den Bereichen Schlafforsching, Ernährungswissenschaft, Sportwissenschaft, Neurowissenschaft und Meditationslehre gemeinsam mit dem Coachee arbeiten und ihm helfen, sich selbst zu helfen. Das setzt eine aktive Teilnahme des Coachees voraus. Es bedeutet aber auch, dass der Coachee seine nach Durchlaufen des Programms erzielte höhere Lebensqualitãt aus eigener Kraft beibehalten kann, ohne anschliessend dauerhaft auf den Coach angewiesen zu sein.

Wir halten Neuroplastizitãt für die wichtigste medizinische Entdeckung der letzen 100 Jahre und laden Sie herzlich ein, den Nutzen am eigenen Leib zu erfahren.

Mindfulness

Unter dem im Deutschen auch oft als Achtsamkeit verwendeten Begriff der Mindfulness versteht man eine dem Buddhismus entlehnte Lebensform und Meditationstechnik. Eigentlich kann man sogar anders herum Mindfulness oder Achtsamkeit als Bewusstseinszustand ansehen, der durch Meditationstechniken erzielt wird. 

Uns kommt es hier nicht auf Definitionen oder Begrifflichkeiten an. Vielmehr versuchen wir mit Neuroplastic Coaching eine praktische Handreichung der Kognitionswissenschaften anzubieten, die als eine interdisziplinäre Wissenschaft zwischen Informatik, Linguistik, Neurowissenschaft, Philosophie und Psychologie erstanden werden kann.

Interdisziplinarität

Interdisziplinarität ist aus unserer Sicht der entscheidende Begriff: einzelne Natur- oder Sozialwissenschaften bieten jeweils ihre Perspektive auf das Wesen des Menschen. Wirklich begreifen können wir uns selbst jedoch erst, wenn wir aus uns heraustreten und zum Beobachter unserer selbst werden. Hier verlassen wir den geraden Pfad wissenschaftlicher Verlässlichkeit und fügen die Perspektive der (Selbst-)Wahrnehmung hinzu.

Nicht-wertender Beobachter

Sich selbst und die Dinge und Prozesse um sich herum in einer neutralen, nicht-wertenden Weise zu beobachten und sich als ein Teil des Ganzen zu begreifen, ist Instrument und gleichermaßen Ziel von Mindfulness bzw. Achtsamkeit – ein Zustand und Prozess, den der Mensch erfahren muss, um ihn zu kennen. Ein Effekt des Neuroplastic Coaching loegt in der schaffung der Grundlagen für einen Zustand von Achtsamkeit und bietet sozusagen eine optimale „technische“ Vorbereitung für Mindfulness.

Nüchterner fomuliert funktioniert Mindfulness bzw. Achtsamkeits-Meditation durch folgende neuronale Prozesse:

  • indem Sie Ihre Emotionen nicht bewerten, sondern lediglich benennen, aktivieren Sie Ihren linken präfrontalen Cortex PFC und mindern damit Angstgefühle
  • je höher das Level an Achtsamkeit, desto grösser die neuronale Aktivität im linken PFC: dies hält die Aktivität Ihres Angstzentrums (Amygdala) im Zaum
  • diese positiven Effekte wirken sich positiv auf Ihre Fähigkeit aus, mit Emotionen und Stimmungsschwankunken umzugehen.

Langzeitstudien belegen, dass Mindfulness Meditation eine signifikante Stärkung des Immunsystems und eine Senkung des Stresslevels bewirkt. Auch in der Behandlung depressiver und chronisch kranker Menschen sind eindrucksvolle Erfolge dieser Meditationstechnik nachgewiesen:

  • Menschen, die über einen lãngeren Zeitraum hinweg meditieren, weisen ein  dickeres Zentrum und eine vergrôßerte rechte Insel des PFC auf
  • Das neutrale konkrete Benennen emotionaler Bewusstseinszustände (im Gegensatz zum Bewerten; d.h. emotionalen reagieren) reduziert Angst und negative Gefühle
  • Die Verlagerung der Hirnaktivitäten in den lonken PFC zieht vermehrt positive Erfahrungen nach sich

Mehr Infos zu Mindfulness erhalten Sie bei unseren Neuroplastic Coaches.

Parasympathische Meditation

Meditation begegnet uns in den unterschiedlichsten Formen und Ausprägungen. Es gibt hunderte von Meditationstechniken und viele Menschen schwören auf die eine oder andere spezifische Technik. Das ist gut so, denn jeder sollte die zu ihm passende Technik finden und anwenden.

Allen Meditationstechniken – wie auch Gebeten, Hypnose, Bildersymbolik und Entspannungsübungen – ist die Aktivierung des parasympathischen Nervensystems gemein.Trotz unterschiedlicher Ansätze und Namen verfolgen alle diese Techniken das Ziel der Bewusstseinserweiterung. Typischerweise besteht der erste Schritt darin, die Aufmerksamkeit auf den eigenen Atem zu lenken. Durch bewusste Bauchatmung verlagern Sie den Fokus vom sympathischen zum parasympathischen Nervensystem. Ihre Herzfrequenz sinkt und durch neurochemische Vorgänge wird die Amygdala, der Mandelkern des limbischen Systems Ihres Gehirns, beruhigt. (Die Amygdala gilt als das „Angstzentrum“ des Gehirns – hier werden Situationen bewertet und mögliche Gefahren erkannt).

Meditation und Yoga

Wenn Sie meditieren und gleichzeitig eine Sport- bzw. Bewegungsart wie Yoga oder Pilates ausüben, fördern Sie damit gleichzeitig mentale und physiologische Ruhe. Das ist insbesondere dann ratsam, wenn Sie oft gestresst sind: in Stresssituation ver(sch)wenden Sie eine erhebliche Menge an Energie allein um Ihre Muskeln entsprechend anzuspannen. Daher fühlen sich gestresste Menschen auch oft körperlich müde, ohne einer speziellen Aktivität nachgegangen zu sein. Wird der Stress chronisch, bildet sich zuviel Bindegewebe, das Muskelfasern verdickt und verkürzt.  Daher besteht ein weiterer, alle Meditationstechniken verbindender Ratschlag darin, sich während des tiefen Ein- und Ausatmens zu strecken und zu dehnen.

Stretching

Regelmäßige Stretch- und Dehnübungen sorgen auch für eine ausreichende Versorgung des Gehirns mit Blut: sauerstoffarmes Blut wird zum Wiederauffüllen zurück in Herz und Lunge gepumpt, was in Folge zur Auffrischung des Gehirns führt. Dieser Vorgang muss nicht in Sportsachen und auf einer Bambusmatte ausgeführt werden – auch an Ihrem Arbeitsplatz finden Sie immer wieder einmal drei bis fünf Minuten, in denen Sie sich auf Ihre Atmung konzentrieren, sich strecken und sich auf das Gefühl Ihrer Muskeln beim An- und Entspannen fokussieren können. Versuchen Sie dabei, sich das Entspannen Ihrer Muskeln und den Fluss sauerstoffreichen Blutes vom Herzen in Ihr Gehirn zu visualisieren. Sie werden sich danach gleichzeitig entspannter und aufmerksamer fühlen.

7 Prinzipien der parasympathischen Meditation

Um das parasympathische Nervensystem zu aktivieren, sollten Sie die folgenden  7 Prinzipoen beachten:

  1. Rhythmisches Atmen
  2. Weit fokussierte Aufmerksamkeit
  3. Ruhige Umgebung
  4. Nicht-wertende Unvoreingenommenheit
  5. Entspannte Haltung
  6. Beobachtung
  7. Benennung

Einige dieser Prinzipien mögen Ihnen bekannt vorkommen, andere nicht. In einem nächsten Beitrag gehen wir näher auf die 7 Prinzipien der parasympathischen Mesitation ein.

Mehr Infos zu Meditations- und Entspannungstechniken erhalten Sie bei unseren Neuroplastic Coaches

Weit fokussierte Aufmerksamkeit

Der Präfrontale Cortex PFC, der stirnseitige Teil des Frontallappens der Großhirnrinde, unterscheidet uns Menschen von anderen Gattungen. Er stellt den in der Evolution des Gehirns Teil zuletzt entwickelten und myelinisierten  – d.h. zum Zwecke des effizienteren Abfeuern der Nervenzellen vom Biomembran Myelin ummantelten – Bereich dar.

Die Ummantelung der Neuronen des PFC wird erst im Alter von ca. 25 Jahren abgeschlossen. Der Mensch entwickelt also erst im frühen Erwachsenenalter diejenigen Fähigkeiten, die dem PFC zugesprochen werden, wie die dauerhafte auf einen Sachverhalt gerichtete Aufmerksamkeit und dieFähigkeit, in komplexen Sachverhalten Entscheidungen zu treffen.

Der PFC ist ein entscheidender Faktor für das Auftreten von Neuroplastizität. Die ersten beiden Schritte der FEED Methode aktivieren den PFC, insbesondere den DLPFC (Dorsolateraler PFC), den man das ausführende Kontrollzentrum des Gehirns nennen kann. Im DLPFC wird das Arbeitsspektrum- oder auch Kurzzeitgedächtnis verarbeitet. Schäden am DLPFC führen zu Problemen mit dem Arbeitsgedächtnis und zu Aufmerksamkeitsstörungen.

Eng begrenzte vs weit fokussierte Aufmerksamkeit

Die Fähigkeit zu einer fokussierten Aufmerksamkeit spielt eine entscheidende Rolle im Umgang mit Stress. Eine lediglich diffuse Aufmerksamkeit macht es Ihnen unmöglich, mit Stress umzugehen: diffuse Aufmerksamkeit ist eng begrenzt – Sie können lediglich auf die stressigen Aspekte Ihrer gemachten Erfahrung wahrnehmen. Weiten Sie dagegen Ihr Aufmerksamkeitsspektrum aus und nehmen die unterschiedlichen Perspektiven einer Situation wahr, ohne sich von einzelnen, oberflächlichen Aspekten vereinnahmen zu lassen, können Sie Stress vermeiden oder ganz loslassen. Ein eng begrenzter Fokus verstärkt den Stresslevel einer Erfahrung, ein erweiterter Fokus dagegen senkt den Stresslevel, da Sie besser in der Lage sind, die unterschiedliche Perspektiven einer Situation wahrzunehmen.

Der Beobachter aus der Makroperspektive

Indem Sie Ihre Aufmerksamkeitsspanne bewusst und aktiv ausweiten, können Sie zu einem Beobachter werden. Sie betrachten alle Aspekte einer Situation und überlegen, wie diese miteinander in Zusammenhang stehen. Aunstelle der Mikroperspektive haben Sie die Makroperspektive eingenommen. Aus dem Feld des Biofeedbacks kommt daher die Empfehlung, den sogenannten „offenen Fokus“ zu trainieren. mit einem offenen Fokus verschieben Sie Ihre Aufmerksamkeit weg von der typischen Notsituation eines eng begrenzten Fokus indem sich die elektrische Aktivität Ihres Gehirns in niedrigere Frequenzbereiche verlagert: das parasympathische Nervensystem dominiert – Ihr Bewusstseinszustand ist gelassen.

Der offene Fokus steigert die Effizienz großer Neuronen-Gruppen, die zusammen abfeuern. Wenn einige Nerven über einen längeren Zeitraum hinweg synchron feuern, fördert dies die mentale Gesundheit. Während hochfrequente nicht-synchrone Betawellen wie das Durcheinandergerede verschiedener Personen auf einer Party wirken, gleichen niedrig-frequente Alphawellen einem gemeinsam mehrstimmigen Chorgesang der Partyteilnehmer, mit einem beruhigenden und und anregenden Effekt.