Neurofeedback als Tool für Neuroplastizität

Als ein Teilbereich des Biofeedbacks vermittelt Neurofeedback computergestützt Erkenntnisse über Gehirnwellen, die den Menschen in die Lage versetzen sollen, ungewollte Körperprozesse zu minimieren oder ganz abzustellen und durch eine sog. operante Konditionierung die Kontrolle über den Körper zurückzugewinnen. Im beispielhaften Falle einer Erkrankung an Epilepsie soll Neurofeedback den Patienten in die Lage versetzen, Auren – d.h. Sinneswahrnehmungen, die Anfällen vorausgehen – frühzeitig wahrzunehmen und durch Selbstregulierung des Gehirns etwaige Anfälle abzumildern oder gänzlich zu verhindern.

Neurofeedback gibt Feedback über spezifische Gehirnwellen: die Anteile der jeweiligen Wellen in verschiedenen Bereichen des Gehirn – die Amplituden – sowie darüber, inwiefern die unterschiedlichen Gehirnwellen harmonisch miteinander zusammenarbeiten oder einzelne Bereiche dysreguliert sind. Obwohl das Konzept des Neurofeedback schon seit den 1960er Jahren bekannt ist, wird es bis heute nur vereinzelt in der Therapie eingesetzt. In seiner 1967 veröffentlichten Studie berichtet der Schlafforscher Barry Sterman von Katzen, die mithilfe von Neurofeedback resistent gegen epileptische Anfälle gemacht wurden. Diese zufällige Erkenntnis bildete den Grundstein für die Neurofeedback Therapie. Sterman und Joel Lubar belegten im folgenden mehrfach, dass auch Menschen mithilfe von Neurofeedback epileptische Anfälle unter Kontrolle bringen können.

Im Jahre 2010 konnten Forscher der University of London den Nachweis für eine sich unmittelbar an ein Neurofeedback Training anschliessende neuroplastische Veränderungen des Gehirns erbringen. Tomas Ros, Diane Ruge und Moniek Munneke stellten fest, dass Probanden bereits nach einer 30-minütigen bewussten Kontrolle des Gehirns eine andauernde Veränderung der Erregbarkeit der Hinrinde und intrakortikaler Funktionen aufwiesen – in einer mit magnetischen oder elektrischen Impulsbehandlungen vergleichbaren Größenordnung.

In der Therapie wird Neurofeedback vorrangig in Fällen von ADHS/ADS, Epilepsie, Parkinson und  Schlafstörungen angewendet. Aber auch für gesunde Menschen können von einem Neurofeedback-Training profitieren, wenn beispielsweise eine erhöhte Leistungsfähigkeit oder eine stärker ausgeprägte Konzentrationsfähigkeit angestrebt werden.

Wenn sie wissen, wo im Gehirn diese Vorgänge ablaufen, und wenn sie jemandem beibringen können, diese Vorgänge selbst zu erinnern, (..) dann können sie denen auch beibringen diese Hirnaktivität zu verändern. Und wenn sie die dauerhaft verändern, dann verändert sich auch ihr Verhalten.

sagt Psychologe und Neurobiologe Nils Birbaumer.

Grundsätzlich kann Neurofeedback das Neuroplastic Coaching um eine computergestützte zusätzliche Variante bereichern. Insbesondere für Menschen, die sich regelmäßig Gaming und Videos beschäftigen, sollte Neurofeedback eine angenehme Art und Weise des Hirntrainings sein. In München bietet die Praxis Heiler mit Brainboost Neurofeedback ein entsprechendes Angebot an – gern stellen wir für Sie den Kontakt her.

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