Um alte, überkommene Verhaltensweisen abzulegen, können wir uns ein Bild aus der alltäglichen Herausforderung mit Computern vor Augen führen: je länger ich einen Computer nutze, desto voller werden Zwischenspeicher und Festplatte. Zwar hilft es, Daten in der Cloud zu speichern – aber auch hier stoßen wir immer wieder an Grenzen und müssen unsere Speicherpläne sukzessive upgraden.

Neben den gespeicherten Daten merkt sich der Computer auch bestimmte Prozesse. Alles zusammengenommen führt nach längerer Nutzung zu einem langsamer werdenden Gerät, Programme öffnen sich nicht mehr so schnell, oder auch gar nicht mehr – und immer wieder stürzt der Rechnet ab. Die häufigste Fehlerursache liegt in der Ansammlung nicht gebrauchter Daten und Routinen. Und die von der Supportabteilung am häufigsten mit Erfolg eingesetzte Problemlösungsmethode ist das Löschen nicht mehr benötigter Daten und Prozesse, einem Neustart des Rechners mit anschließendem optionalen Upgrade.

Was der IT-Support mit dem Computer macht, können wir mit unserem Geist und Körper machen – wir räumen auf, starten neu und machen ein zukunftssicheres Upgrade. Genau das ist die Idee von REWIRE.

Von Autopilot auf Eigenbetrieb umschalten

In dem Moment, in dem wir unseren Rechner dem IT-Support überlassen. sind wir auf der einen Seite froh, dass sich jemand kümmert und hoffentlich das Problem behebt. Auf der anderen Seite können wir den Computer zeitweise nicht nutzen und haben Bedenken, ob nach der Behandlung noch alle von uns benötigten Daten vorhanden sind und wir mit einer möglicherweise neuen, unbekannten Software klarkommen. Wir müssen von einem Moment auf den anderen unseren Autopiloten aus- und den Selbstbetrieb einschalten.

Der in diesem Kontext häufig geäußerte Satz „Never touch a running system“ verliert durch das oben beschriebene Abschalten des Autopiloten keineswegs seine Gültigkeit: die Betonung des Satzes liegt auf dem Wort „running“: unberührt bleiben sollte also idealerweise ein reibungslos funktionierendes System. Wenn der Computer dagegen lahmt, oder die körpereigenen Reserven aufgebraucht sind und so mancher gar „auf dem Zahnfleisch“ daherkommt, ist ein Restart angesagt.

Voraussetzungen für einen Restart

Voraussetzung für einen persönlichen Restart und ein anschließendes Upgrade ist ds Erkennen dieser Notwendigkeit. Fühlt man sich überarbeitet, dem Burnout nahe, ist der Fall klar: der Besuch beim Therapeuten oder ein Retreat sind angesagt. Aber zum einen steht diese Situation ganz am Ende einer meist längeren Leidensphase, zum anderen muss es auch nicht bis zum Äußersten kommen, bevor man realisiert, sein Leben etwas anders anzupacken zu müssen. Eigentlich sollte man auch ohne negative Symptome viel mehr aus seinem Leben herausholen können: Dinge tun, die man sich bisher nicht getraut hat, zu tun, Ziele erreichen, die man für unerreichbar gehalten hat und damit ein insgesamt besseres Leben führen zu können.

Allein dieses Ausschöpfen bislang ungenutzter schlummernder Potenziale kann der Grund für einen Neustart und ein Upgrade von Körper und Geist sein. Viele von uns wissen, dass Menschen durchschnittlich etwa 25% ihrer kognitiven und etwa 60% ihrer körperlichen Leistungsfähigkeiten ausschöpfen. Aus Studien mit Hochleistungssportlern und US Navy Seals geht hervor, dass ein Elitesoldat, der im Training angiebt, völlig erledigt zu sein, eine biotechnische Beanspruchung seiner körperlichen Leistungsfähigkeit von etwa 85% erreicht hat. Mit anderen Worten: selbst wenn „nichts mehr geht“, sind noch 15% an Restpotenzial vorhanden.

Diese Zahlen heissen weder, dass der Mensch sich regelmäßig in Richtung seiner maximalen körperlichen Leistungsfähigkeit begeben sollte, noch dass dies für alle Nicht-Hochleistungssportler und Nicht-Elitesoldaten gilt. Diese Ergebnisse zeigen jedoch, dass wir alle Luft nach oben haben – insbesondere hinsichtlich unserer kognitiven Fähigkeiten. Warum sollten wir diesen Spielraum nicht zu unseren Gunsten nutzen, das Meiste aus uns herausholen und unsere Lebensqualität optimieren?

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