Der Präfrontale Cor­tex PFC, der stirn­seit­ige Teil des Frontal­lap­pens der Großhirn­rinde, unter­schei­det uns Men­schen von anderen Gat­tun­gen. Er stellt den in der Evo­lu­tion des Gehirns Teil zulet­zt entwick­el­ten und myelin­isierten  – d.h. zum Zwecke des effizien­teren Abfeuern der Ner­ven­zellen vom Bio­mem­bran Myelin umman­tel­ten – Bere­ich dar.

Die Umman­telung der Neu­ro­nen des PFC wird erst im Alter von ca. 25 Jahren abgeschlossen. Der Men­sch entwick­elt also erst im frühen Erwach­se­nenal­ter diejeni­gen Fähigkeit­en, die dem PFC zuge­sprochen wer­den, wie die dauer­hafte auf einen Sachver­halt gerichtete Aufmerk­samkeit und dieFähigkeit, in kom­plex­en Sachver­hal­ten Entschei­dun­gen zu tre­f­fen.

Der PFC ist ein entschei­den­der Fak­tor für das Auftreten von Neu­ro­plas­tiz­ität. Die ersten bei­den Schritte der FEED Meth­ode aktivieren den PFC, ins­beson­dere den DLPFC (Dor­so­lat­eraler PFC), den man das aus­führende Kon­trol­lzen­trum des Gehirns nen­nen kann. Im DLPFC wird das Arbeitsspek­trum- oder auch Kurzzeitgedächt­nis ver­ar­beit­et. Schä­den am DLPFC führen zu Prob­le­men mit dem Arbeits­gedächt­nis und zu Aufmerk­samkeitsstörun­gen.

Eng begren­zte vs weit fokussierte Aufmerk­samkeit

Die Fähigkeit zu ein­er fokussierten Aufmerk­samkeit spielt eine entschei­dende Rolle im Umgang mit Stress. Eine lediglich dif­fuse Aufmerk­samkeit macht es Ihnen unmöglich, mit Stress umzuge­hen: dif­fuse Aufmerk­samkeit ist eng begren­zt – Sie kön­nen lediglich auf die stres­si­gen Aspek­te Ihrer gemacht­en Erfahrung wahrnehmen. Weit­en Sie dage­gen Ihr Aufmerk­samkeitsspek­trum aus und nehmen die unter­schiedlichen Per­spek­tiv­en ein­er Sit­u­a­tion wahr, ohne sich von einzel­nen, ober­fläch­lichen Aspek­ten vere­in­nah­men zu lassen, kön­nen Sie Stress ver­mei­den oder ganz loslassen. Ein eng begren­zter Fokus ver­stärkt den Stresslev­el ein­er Erfahrung, ein erweit­ert­er Fokus dage­gen senkt den Stresslev­el, da Sie bess­er in der Lage sind, die unter­schiedliche Per­spek­tiv­en ein­er Sit­u­a­tion wahrzunehmen.

Der Beobachter aus der Makrop­er­spek­tive

Indem Sie Ihre Aufmerk­samkeitss­panne bewusst und aktiv ausweit­en, kön­nen Sie zu einem Beobachter wer­den. Sie betra­cht­en alle Aspek­te ein­er Sit­u­a­tion und über­legen, wie diese miteinan­der in Zusam­men­hang ste­hen. Aun­stelle der Mikrop­er­spek­tive haben Sie die Makrop­er­spek­tive ein­genom­men. Aus dem Feld des Biofeed­backs kommt daher die Empfehlung, den soge­nan­nten “offe­nen Fokus” zu trainieren. mit einem offe­nen Fokus ver­schieben Sie Ihre Aufmerk­samkeit weg von der typ­is­chen Not­si­t­u­a­tion eines eng begren­zten Fokus indem sich die elek­trische Aktiv­ität Ihres Gehirns in niedrigere Fre­quenzbere­iche ver­lagert: das parasym­pa­this­che Ner­ven­sys­tem dominiert – Ihr Bewusst­sein­szu­s­tand ist gelassen.

Der offene Fokus steigert die Effizienz großer Neu­ro­nen-Grup­pen, die zusam­men abfeuern. Wenn einige Ner­ven über einen län­geren Zeitraum hin­weg syn­chron feuern, fördert dies die men­tale Gesund­heit. Während hochfre­quente nicht-syn­chrone Betawellen wie das Durcheinan­derg­erede ver­schieden­er Per­so­n­en auf ein­er Par­ty wirken, gle­ichen niedrig-fre­quente Alphawellen einem gemein­sam mehrstim­mi­gen Chorge­sang der Par­tyteil­nehmer, mit einem beruhi­gen­den und und anre­gen­den Effekt.

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